MDK-Audioservice zum Magazin der Medizinischen Dienste „MDK Forum“ 30. März 2007 Audio zum Titelthema „Globetrotter Medizin“ (Heft 1.2007) Beitrag: Zum Bypass nach Bangkok Autor und Sprecher: Martin Dutschek, MDK Niedersachsen Interview mit Ralf Krewer, Marketingleiter Bangkok Hospital Länge: 4:42 Minuten ________________________________________________________________ Moderation: Immer mehr Deutsche reisen ins Ausland, um sich dort behandeln zu lassen. Über eine Million Medizintouristen zog es im vergangenen Jahr nach Thailand. Bei den Deutschen sind besonders die dritten Zähne und Laserbehandlungen der Augen gefragt. Bei den Amerikanern sind besonders Bypass-Operationen oder andere Behandlungen am Herzen gefragt. Ralf Krewer, Marketingleiter am Bangkok Hospital erklärt warum: O-Ton Ralf Krewer Das liegt daran, dass die Amerikaner 58 Millionen Menschen haben die gar nicht oder unterversichert sind. Erst haben wir gedacht, das sind die Armen, aber die sind durch Medic Aid abgedeckt. Es hat sich herausgestellt bei unseren Recherchen, dass es hauptsächlich jüngere, erfolgreiche Leute sind, die in der City arbeiten und sich halt sagen: was soll ich hier die teuren Prämien zahlen und dann noch die Zusatzgebühren für meine Behandlung. Diese Leute kommen im Jahr auf 20 000 25 000 Dollar Kosten nur für die Versicherung und die Zusatzzahlungen. Und dann sagen sie sich, dann möchte ich keine haben. Wenn was ist, dann fahre ich ins Ausland. Moderation: Der Aufenthalt im Bangkok Hospital wird mit exzellentem Service auf Vier-Sterne-Niveau verbunden. O-Ton Ralf Krewer Wir sind ein Privatkrankenhaus, das sich zum Beispiel optisch von den Räumen, von den stationären Abteilungen sehr an Vier-Sterne-Hotels orientiert. Sie haben dementsprechend den ganzen Service. Sie haben eine internationale Telefonleitung im Zimmer, eine Mikrowelle, weil man vielleicht ein bisschen später essen möchte, ein Schließfach, um die Wertgegenstände einzuschließen. Alle Zimmer sind Privatzimmer, wir haben also keine Doppelbelegung. Moderation: Doch wie kann ich mich in einem Krankenhaus in Thailand verständigen? In dem 650- Bettenhaus sind Sprachbarrieren kein Problem erklärt Ralf Krewer: O-Ton Ralf Krewer Momentan sprechen wir oder können übersetzen in 27 Sprachen. Das sind so interessante Sprachen wie koreanisch oder amharisch für die Äthiopier, die zu uns kommen. Moderation: Internationale Krankenhäuser in Ländern wie Indien, Thailand, Singapur oder Malaysia brauchen den Vergleich mit dem Westen nicht zu scheuen. Die medizinischen Standards sind hoch, die technische Ausstattung auf dem neuesten Stand, zumeist von deutschen Herstellern. O-Ton Ralf Krewer In unserem Haus ist das vergleichbar mit einer Universitätsklinik in Deutschland. Die Ärzte, die bei uns ausländische Patienten behandeln, sind zu über 90 Prozent Leute, die im Ausland studiert und zum Teil praktiziert haben. Bestes Beispiel ist, wir haben auf unserem Campus ein eigenes Herzhospital stehen. Der Direktor vom Herzhospital war 27 Jahre lang in der Milwaukee Heart Klinik. Das ist in den USA eine der Top-Anstalten für Herzoperationen. Moderation: Haftungsrechtliche Hürden bei Behandlungsfehlern sieht Krewer nicht als Abschreckungsgrund, sich in seinem Haus behandeln zu lassen. Wenn Behandlungsfehler eintreten, haftet es aus. Praktisch sieht das so aus: O-Ton Ralf Krewer Wenn ein Patient fühlt, dass er schlecht behandelt worden ist, muss er natürlich zu einem Arzt oder ins Krankenhaus gehen und sich das bescheinigen lassen. Wenn das von einem Arzt oder Krankenhaus worden ist, dann müssen wir handeln. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wir für die Behandlungskosten in Deutschland oder wir fliegen den Patienten auf unsere Kosten zurück und behandeln neu. Es geht ja hier um das Vertrauen, und da muss schon alles hundertprozentig korrekt sein. Moderation: Was die Entwicklung im Wachstumsmarkt Medizintourismus angeht, hat Krewer keine Sorgen: O-Ton Ralf Krewer Ich denke, dass über die nächsten Jahre unser Geschäft mit Europa stark anwachsen wird. Wir gehen davon, dass sich unser Umsatz alle 18 Monate verdoppelt mit Medizintourismus. Moderation: Krewer hat schon den nächsten Zukunftsmarkt im Visier: Die Altenpflege von Europäer in Thailand. O-Ton Ralf Krewer Es gibt eine Entwicklung in Thailand in den letzten fünf Jahren, die nennt sich „Long-Stay-Projekt“. Das sind viele Leute, die früher ihr Häuschen in Spanien gekauft haben und Plan war halt: Im Winter beleiben wir dort unten und im Sommer kommt wir halt zurück nach Deutschland oder nach Skandinavien. Das Selbe gibt es jetzt seit fünf Jahren in Thailand. Ich kann ihnen einige Anstalten nennen, die für Skandinavier geschaffen worden sind als Altenheime. Wir sind seit vier Monaten mit einem Deutschen aus dem Augsburger Raum in Verbindung, wo wir uns das zurzeit auf für uns überlegen, ob wir da vielleicht mitmachen wollen.